Bin ich tatsächlich eine starke Frau?

Aktualisiert: 8. Apr 2018


„Du bist eine starke Frau“, das hören Frauen öfter denn je denke ich.

Ich persönlich höre es schon mein ganzes Leben und hatte auch oft das Bedürfnis zu sagen „Nein! Ich bin nicht stark! Ich möchte nicht stark sein!“ Ich hatte oft das Gefühl unter dieser Aussage zu zerbrechen und wollte nicht mehr damit identifiziert werden. Aber was genau störte mich denn an dieser Aussage?

Was oder Wie ist eigentlich eine starke Frau? Also musste ich die starke Frau für mich neu definieren..

Die starke Frau weiß ihre Kraft zu schöpfen. Sie weiß wo sie an Kraft sparen, entspannen und stärken kann. Sie weiß wo diese Kraft liegt und ergreift immer wieder die Chance, diese zu nutzen.

Stark sein, ob Mann oder Frau, heißt doch nicht Leid ertragen können, oder? Wenn es etwas wie Leid geben sollte, dann ist sicherlich nicht die Rede von „ertragen“, sondern die Rede vom „Ertrag“, dass das „Leid“ mit sich bringt.

Die starke Frau weiß wann sie loslassen und wann sie zulassen muss, um weiter leben zu können. Sie weiß den Ertrag zu schätzen und holt sich ihre Schätze aus dem Ganzen.

Die starke Frau ist nicht vollkommen. Ganz im Gegenteil, sie weiß wie wichtig es ist „Fehler“ zu machen und weiß das man erst dann vollkommen ist wenn die ganze Menschheit zusammen gefunden hat. Sie weiß aber auch das alles im Gleichgewicht ist, das alles so sein muss wie es ist um in Balance zu bleiben.

Die starke Frau ist wie ein Baum, das alle vier Jahreszeiten durchlebt. Sie weiß ihre Blätter loszulassen wenn die Zeit reif ist und sie weiß auch die Wichtigkeit vom Zulassen, damit die neuen Blätter ihren Platz einnehmen können.

Die starke Frau ist mutig um ihr Herz zu öffnen und zu lieben. Immer wieder öffnet sie ihr Herz um sich an Güte und bedingungslose Liebe zu üben.

Die starke Frau ist wie eine Mutter, in deren Schoß man sich ausruhen kann.

Die starke Frau ist wie ein Kind, verspielt, neugierig und hört nicht auf zu entdecken und zu lernen.

Die starke Frau ist schön, da sie alle Jahreszeiten widerspiegeln und sich anpassen kann.

Die starke Frau weiß sich zu schützen, auch wenn sie dafür in die Schlacht ziehen muss. Sie beherrscht die Kampfkünste, die sie erlernen durfte, durch die zahlreichen Schlachten. Sie weiß wie es ist das Schlachtfeld kriechend zu verlassen und hat keine Scheu davor zu verlieren, denn sie weiß wie sie wieder aufstehen kann.

Die starke Frau weiß sich zu trauen und weiß ebenfalls dass sie vertrauen muss um sich zu trauen. Sie kann die verschlüsselte Sprache ihrer inneren Stimme und hat scharfe Instinkte, die sie bewusst pflegt. Sie vertraut und traut sich zu leben.

Die starke Frau ist weiße. Sie weiß das Wissen wichtig ist. Sie weiß aber auch das Wissen von Fragen kommt und weiß das es wichtiger ist das erlernte Wissen zu hinterfragen als nur zu wissen. Die starke Frau weiß das sie wissen muss und dass das Lernen unumgänglich ist, um zu wissen. Sie ist stets am Lernen, bildet sich ständig weiter um zu wachsen. Und sie weiß, wenn sie höher wachsen möchte, braucht sie starke Wurzeln, wie ein Baum, der nur dann hoch wachsen kann wenn er lange Wurzeln hat. Natürlich weiß sie auch, dass es für diese starken, langen Wurzeln auch Raum nötig ist. Sie weiß wie man sich Raum schafft, denn sie hat ihre Freiheit schon lange erobert.

Die starke Frau ist frei, frei von Ängsten. Das nicht heißt das sie Angstlos ist. Sie respektiert ihre Ängste in dem sie sie annimmt, es sich genauer betrachtet und weiß genau wie sie sich davon befreien kann und nutzt diese Ängste um zur Freiheit zu gelangen.

Natürlich hat sie sich Jahre lang immer und immer wieder gefragt, warum sie sich dass denn antut. Warum musste sie denn wachsen, wissen und weiter kommen? Die starke Frau weiß warum sie wissen muss, für was das alles dient und hat ihren Platz auf diesem Planeten angenommen.

Fazit für mich: Ich bin noch lange keine starke Frau! Aber auf dem besten Weg dahin.. mit all den anderen starken Frauen auf dieser Welt, da die starke Frau auch weiß dass es allein nicht funktionieren kann. Sie weiß das sie teilen muss, dass sie dankend annehmen und auch wohlwollend geben muss.