Zugehörigkeit.. Jemandem gehören..


Das hört sich alles beengend aber doch ziemlich verlockend an. Zu jemandem gehören, zu etwas dazugehören, das erweckt in uns Menschen ein Gefühl von zu Hause sein und wir möchten zu Hause sein. Ja verflixt nochmal! Wir sind alle auf der Suche nach „dem zu Hause“, nach dem Ort wo man sich wohl fühlt, wo man willkommen ist, wo man sich sicher und aufgehoben fühlt. Jeder von uns möchte glücklich sein und wissen dass das nur zu Hause möglich ist.

Aber woher wissen wir denn das? Ist schon jemand in „dem zu Hause“ angekommen und kann es bestätigen? Hallooo ist jemand zu Hauseeee?? :)) Ach ja und jeder weiß, das jeder ein anderes, sein eigenes zu Hause hat, das ist auch ne tolle Sache. Aber woher wissen wir das denn alles? Ich weiß es nicht, aber Sachen die ich nicht erklären kann, schiebe ich einfach auf die Instinkte :) Fällt mir eben leichter. Also wissen wir alle instinktiv, das wir ein zu Hause haben, das wir dort glücklich sein werden und das jeder sein eigenes zu Hause sucht. Oh mein Gott, was für ein Chaos! Es herrscht ja ein riesiges Durcheinander auf dieser Welt, das man ja auch offen sehen kann. Wir sehen all die Menschen, die nach ihrem „zu Hause“ suchen und sich dabei überrempeln, sich übersehen, sich anstoßen, sich umstoßen, weil jeder auf sein „zu Hause“ fixiert ist und so schnell wie möglich dort ankommen möchte, um glücklich zu sein. Manche von uns sind so sehr auf das „zu Hause“ fixiert, das sie um jeden Preis da hin möchten und verletzen, vernichten, betrügen, verraten.. Es ist nicht leicht, nach Hause zu wollen und es nicht zu können, ich weiß es von mir. Stell dir vor, du bist ein kleines Kind und hast in Istanbul oder Japan, in einer Menge von dutzenden Menschen, deine Mutter verloren. Jep! Genau so fühlt es sich an, hier auf dieser Welt, in diesem Chaos zu sein. Dieses Gefühl, die Mutter verloren zu haben, ist ganz fies, das sag ich euch. Es macht dich rasend, du willst laufen, nach deiner Mutter suchen, nach deinem „zu Hause“ suchen und rennst drauf los. Aber wohin? Keine Ahnung! Aber Hauptsache laufen, so schnell wie möglich nach Hause kommen. Du bist wie wild vor Angst und überrempelst, übersiehst und stoßt andere auf dem Weg zu ihrem eigenen „zu Hause“ um und verletzt, vernichtest, betrügst und verrätst sie alle. Die Welt ist voll mit wild gewordenen Hühnern wie uns, die auf dem Weg „nach Hause“ sind und alle sind verwirrt, verloren, voller Angst.. Daher laufen wir wie die Hühner, mit dem Kopf nach unten gesenkt und essen das für uns gelegte Futter vom Boden. Wir sind so fixiert darauf nach Hause zu kommen, dass wir nicht auf die Idee kommen, den Kopf mal zu heben und zu sehen wohin wir da eigentlich hinlaufen. Die Welt ist voll mit Hühnern wie uns. Der Moment, wenn du dann mal den Kopf doch mal hebst und schaust, wohin du da eigentlich läufst ist unbezahlbar! Göttlich und köstlich! Der Moment wo du begreifst, dass du ein Huhn bist und bemerkst, dass du blind nach deinem zu Hause suchst, um nur die Nahrung auf dem Boden zu bekommen. Wir stillen unsere Ängste, in dem wir den Futter vom Boden sammeln, weil wir viel zu viel Angst davor haben zu schauen wo wir stehen, wo es lang geht, denn man hat ja auch Angst zu gehen, man hat Angst einen falschen Weg einzuschlagen, zu versagen..

Aber macht das mal, hebt mal den Kopf hoch und schaut mal wo ihr steht. Mega lustig das ganze sage ich euch, ihr solltet es mal ausprobieren! Kann ich nur weiter empfehlen und ihr habt nichts zu verlieren. Wenn es euch nicht gefallen sollte, könnt ihr ruhig wieder die Nahrung auf dem Boden aufsammeln, ist auch nicht schlecht und ist auch ziemlich spaßig, denn ich liebe das Essen :) Aber das ist ein anderes Thema!

Kommen wir zum eigentlichen Thema, was war es noch? So schnell verliert man den Faden und so verliert man sich eben auf dem Weg nach Hause. Es fühlt sich fast so an, als würde man sich in einem Labyrinth befinden, mit engen Wegen und Sackgassen. Daher ist es immer wieder mal gut den Kopf zu heben und zu schauen wo man ist, um sich zu orientieren, zu sehen wo man steht, zu sehen was es noch für Wege geben könnte, die uns nach Hause führen soll. Je öfter ich das gemacht habe, desto mehr bin ich oben geblieben mit dem Kopf und ich habe gemerkt, dass ich alles lenken kann, dass ich Handlungen kontrollieren kann, dass ich den Fluss meines Lebens gestalten kann, dass ich hingehen kann wohin ich wollte. Je öfter ich das machte, desto mehr konnte ich das Tempo des Geschehens kontrollieren, dass mich langsamer werden lies. Ich musste nicht mehr nach Hause rasen. Das langsame Laufen half mir, immer weniger Menschen die auch auf dem Weg zu ihrem eigenen nach Hause sind, nicht umzustoßen oder zu überrempeln. Es fühlt sich erfrischend an, andere nicht zu verletzen, aber das wichtigste an der Sache ist finde ich, dass man auch sich selbst nicht verletzt. Jeder Stoß, das du von dir gibst ist auch ein Gegenstoß, sodass wir uns jedes mal, wenn wir jemanden verletzen, auch automatisch uns selber damit verletzen.

Dabei könnte man sich so viel ersparen und die Kraft für andere schöne Dinge nutzen. Das ständige Gerenne macht einen schon fertig und so jung bin i eben a nimma. Nach ner Weile, wenn du es gut im Griff hast zu lenken, zu kontrollieren und dein Tempo zu regeln, dann bleibst du auch länger mit dem Kopf oben, da es Spaß macht, weil es eben alles viel leichter und übersichtlicher ist. Du achtest darauf niemanden in seinem Weg nach Hause zu stören und achtest genau so darauf das man dich auf dem Weg nach Hause nicht stört, da du ganz genau sehen kannst, das jeder auf dem Weg dahin ist und auch weißt, was es heißt nach Hause zu wollen.